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Letztes Update: 04. Nov 2019
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08.07.2020 / 04:10
 
 
Saigon

Notre Dame Auf dem Rückweg nach Saigon machen wir einen kurzen Zwischenstop bei Cu Chi. Das Tunnelsystem mit einer Gesamtlänge von 200 km auf 3 Ebenen wurde während des Vietnam Krieges zum Albtraum der Amerikaner. Unter der Erde waren ganze Städte entstanden mit Schulen, Lazaretten Büros und Schlafgelegenheiten. Die unterirdischen Gebäude waren durch Tunnel von ca. 80 cm Höhe und 60 cm Breite verbunden. Als Eingänge dienten mit Grasbewuchs und Laub getarnte Klapptüren. Die Eingänge waren zudem durch einfache, aber wirkungsvolle Fallen gesichert. Die Tunnels die bis an die kambodschanische Grenze reichen gestatteten dem Vietcong ein ländliches Gebiet zu kontrollieren, das nur 30 km von der amerikanischen Hochburg Saigon entfernt lag. Etwas makaber fand ich jedoch den Schießstand auf der Anlage.

Rush Hour Am Abend erreichen wir Saigon, genau zur Rush Hour. Von tausenden Mopeds umringt kämpft sich unser Bus Meter für Meter voran. Die ehemalige Hauptstadt von Südvietnam Saigon wurde gleich nach der Übernahme durch die Nordvietnamesen als Zeichen der Demütigung in Ho-Chi-Minh City umbenannt. Da die Stadt unter den Einheimischen weiterhin Saigon genannt wird möchte ich mich im weiteren daran anschließen.

Auf dem Programm steht ein Besuch der beiden Markthallen Binh Tay und Ben Thanh. Mich fasziniert dabei weniger das Warenangebot, sondern vielmehr das Leben rings um die Markthallen. Es ist schon erstaunlich was man mit einem Moped so alles transportieren kann.

Blauer Dunst Des weiteren besuchen wir die Thien Hau Pagode. Der Tempel wurde von kantonesischen Einwanderern Mitte des 19. Jahrhunderts erbauten, und nach Thien Hau, der Beschützerin der Seefahrer benannt. Wer gerade aus China angekommen war, begab sich unverzüglich dorthin, um der Göttin für das sichere Geleit im Südchinesischen Meer zu danken. Heute wird der Thien-Hau-Tempel vor allem von einheimischen Frauen aufgesucht, die Me Sanh, der Göttin der Fruchtbarkeit, und Long Mau, der Göttin der Mütter und Neugeborenen, ihre Opfergaben darbringen.

Mit dem Tempel des Jadekaisers besuchen wir noch eine weitere bekannte Pagode der Stadt. Im parkähnlichen Vorhof schwimmen in zwei kleinen Teichen Schildkröten, die ein langes Leben symbolisieren. Während die einen die Figur des Jadekaisers verehren, sind die anderen von der Meisterleistung chinesischer Tempelarchitektur in der relativ kleinen Anlage in den Bann gezogen.

Hotel de Ville Schließlich steht noch das, von der französischen Kolonialzeit geprägte, historische Stadtzentrum auf dem Programm. Dazu gehört natürlich die, aus rötlichem Backstein erbaute, christliche Kathedrale Notre Dame und das benachbarte Postamt. Die Stahlkonstruktion des imposanten Gebäudes wurde Anfang der 20. Jahrhunderts von bekannten Architekten Gustave Eiffel entworfen. Weiter geht es zum Opernhaus. 1955 war dort vorübergehend die Nationalversammlung untergebracht, doch heute werden in dem restaurierten Gebäude wieder Modenschauen, Theaterstücke und Tänze dargeboten. Den Abschluß unserer Tour durch das historische Stadtzentrums finden wir am "Hotel de Ville", dem Rathaus von Saigon. Heute ist es Sitz des Volkskomitees von Ho-Chi-Minh-Stadt.

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