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Letztes Update: 04. Nov 2019
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08.07.2020 / 03:38
 
 
Hoi An

Japanische Brücke Unmittelbar nach Eintreffen in Hoi An beginnt es zu regnen und die ersten Ausläufer des Taifuns erreichen die Küste.

Hoi An galt während des 16. bis 18. Jahrhundert zu den führenden Häfen Südostasiens und wurde in einem Atemzug mit Malacca und Macau genannt. Chinesische und japanische Kaufleute ließen sich hier nieder und gründeten Handelsniederlassungen. Heute wirkt Hoi An so als sei irgendwann vor 150 Jahren die Zeit stehengeblieben.

Am frühen Morgen des nächsten Tages machen wir uns auf den Weg in die historische Altstadt. Der Weg dahin führt über die Japanische Brücke. Die Brücke, die über einen Seitenarm des Thu-Bon Flusses führt, stammt aus dem Jahre 1593 und stellt heute das Wahrzeichen des kleinen Städtchens dar. Unser erstes Ziel ist eines der zahlreichen idyllischen, alten Holzhäuser aus dem frühen 19. Jahrhundert. Entscheidend beim Bau von Häusern dieser Art war, den drei wichtigsten Elementen im chinesischen Leben den ihren gebührenden Raum zu schaffen, der Ahnenverehrung, dem Geschäft und dem Familienleben, und zwar in dieser Reihenfolge. Die Häuser wurden von innen nach außen gebaut, zuerst kamen die Säulen, dann wurde der Dachfirst errichtet und zum Schluß wurde das Ziegeldach fertiggestellt.

Fujian Tempel Als nächstes steht ein Besuch im Fujian Tempel, stellvertretend für die zahlreichen chinesischen Tempelanlagen, auf dem Programm bevor wir uns mit Fahrrädern aufmachen um ein kleines Dorf am Rande der Tra Que Lagune zu besuchen und den Bauern bei ihrer täglichen Arbeit über die Schultern zu schauen. Waren wir bisher noch weitgehend vom Regen verschont geblieben setzten unmittelbar nach Beginn der Fahrradtour die sintflutartigen Regenfälle ein. Innerhalb von Sekunden haben wir keinen einzigen trockenen Flecken mehr am Leib. Der Taifun Mirinahe und sein riesiges Wolkenband haben nun endgültig Vietnam erreicht. Wir entscheiden, den geplanten Ausflug abzubrechen und radeln im strömenden Regen zurück zum Hotel. Wenn auch nicht besonders angenehm, aber dennoch ein unvergeßliches Erlebnis.

So Das restliche Programm, unter anderem ein Ausflug auf dem Thu-Bon Fluß fällt damit zwangsläufig ins Wasser. Für mich persönlich halb so schlimm, da ich dies ja schon bei meinem ersten Besuch vor 7 Jahren bei schönsten Wetter genossen habe.

Ausgerüstet mit Regenschirm, kurzer Hose und Badelatschen machen wir uns am Nachmittag aber wieder auf den Weg in die idyllische Altstadt und trotzen den Naturgewalten. Am späten Nachmittag tritt der Thu-Bon Fluß über die Ufer und wir waten mit unseren Badelatschen entlang der überfluteten Flußpromenade.

Auch wenn das Zentrum des Taifuns etwa 400 km südlich von Hoi An über das Land zog haben die Kräfte der Natur bei mir schon einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Das dieser Sturm unsere Reise im späteren Verlauf noch weiter beeinflussen würde konnten wir zu diesem Zeitpunkt noch nicht absehen.

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