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Letztes Update: 04. May 2018
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15.09.2019 / 19:55
 
 
Mandalay    Mandalay

Das größte Buch der Welt (Mandalay) Strömender Regen erwartet uns in Mandalay, obwohl das Zentrum Myanmars eigentlich als relativ niederschlagsarm gilt. Mandalay ist eine vergleichsweise junge Stadt. Im Jahre 1857 beschloß König Mindeon die Hauptstadt von Amarapura nach Mandalay zu verlegen weil ihm seine Hofastrologen prophezeiten, daß der Buddhismus eines Tages am Fuße des Hügels von Mandalay blühen werde.

Das erste Ziel ist die Mahamuni Pagode, auf den Gängen sitzen Gläubige und beten zur heiligsten Buddhafigur des Landes. Der Mahamuni Buddha steht auf einer kleinen Plattform, dessen Zutritt nur Männern erlaubt ist. Die ursprünglich aus reiner Bronze gefertigte, heilige Figur wird traditionell mit hauchdünnen Goldplättchen beklebt. Seine Goldauflage soll mittlerweile bereits 15 cm betragen, dafür zeugen Bilder aus der Vergangenheit. Einzig das Gesicht des Mahamuni Buddhas, das täglich in zwischen 4 und 5 Uhr Morgens in einer Zeremonie von Mönchen gewaschen bleibt von den Goldplättchen verschont und zeigt noch sein bronzefarbiges Aussehen. Draußen spiegeln sich die Gebäude im nassen Fliesenboden und es regnet und regnet.

Mandalay Hill (Mandalay) Nach einem kleinen Bummel über die Kyauk Sit Tan, die Straße der Steinmetze besuchen wir das Shwenandaw Kloster. Der Teakholzbau hat bereits zwei Umzüge hinter sich und war einst zentraler Teil des Palastes von König Mindeon. Hier im Swenandaw Kloster lassen sich die Pracht und Athmosphäre des ehemaligen Königspalastes angeblich weitaus besser erahnen als am Nachbau der 1945 bei einem Feuersturm vernichteten Palastanlage innerhalb der Befestigungsanlagen. Früher war dieses Bauwerk außen und innen vergoldet und vielerorts von eingelegten Glasmosaiken verziert. Heute ist die Goldschicht nur noch an wenigen Stellen und vor allem an der eindrucksvollen Decke vorhanden.

Unweit vom Kloster befindet sich der Eingang zur Kutho-Daw Pagode. Der Name Kuthodaw bedeutet "729 Pagoden". Genau so viele wurden hier in geordneten Reihen aufgestellt und enthalten jeweils eine Marmortafel mit buddhistischen Lehren. Diese Tatsache beschert der Pagode auch den Namen "Das größte Buch der Welt".

Speisung der Mönche im Kloster Mahagandayon (Amarapura) Im Hintergrund der Kutho-Daw Pagode erhebt sich der Mandalay Hill an dessen Fuße einst das Zentrum der Stadt entstand. Zwei Löwen-Statuen kennzeichnen den Aufgang zum Tempel auf dem Mandalay Hill. Der Legende nach wird jedem ein langes Leben beschert der über den angeblich 1729 Stufen langen Pilgerpfad den Berg besteigt. Alternativ zur Treppe gibt es heute aber auch die Möglichkeit den Gipfel über kleine Pickup-Taxis zu erreichen. Das wahrlich nicht gerade einladende Wetter läßt den Ort noch mystischer erscheinen obwohl von der wunderschönen Aussicht eigentlich nichts zu sehen ist.

Der Weg führt uns ein paar Kilometer südlich nach Amarapura, zur der Stadt die von König Mindeon zugunsten von Mandalay als Hauptstadt aufgegeben wurde. Auf dem Gelände des Mönchsklosters Mahagandayon bietet sich die Gelegenheit das alltägliche Leben der Menschen und Kinder genau zu studieren. Ein unbeschreiblicher Augenblick ist die Zeremonie der Speisung von ca. 1000 hier lebenden buddhistischen Mönchen.

U-Bein Brücke (Amarapura) Noch etwas weiter südlich von Amarapura liegt der Taugthaman-See, der aufgestaut ist und deshalb nicht mehr wie früher in der heißen Jahreszeit austrocknet. Über den See erstreckt sich die U-Bein Brücke, mit 1.2 km Länge die längste Teakholzbrücke der Welt.

Mit der Fähre setzen wir über nach Inwa, der über Jahrhunderte bedeutendste Königsstadt Myanmars. Inwa liegt am Zusammenfluss des Ayeyarwady und des Myitgne-Flusses und ist durch Kanäle an vier Seiten von Wasser umgeben und bis heute nur mit dem Boot erreichbar. An der Anlegestelle wartet eine Reihe von Pferdekutschen um uns entlang eines schlammigen Pfades zu transportieren. Der ein oder andere Pferdekutscher sieht darin eine willkommene Gelegenheit daraus ein Wettrennen zu veranstalten, was die holprige Angelegenheit noch abenteuerlicher erscheinen läßt. Von Zeit zu Zeit begegnen wir Überresten aus der Zeit der alten Königsstadt. Durch ein verheerendes Erdbeben im Jahre 1838 sind von den königlichen Palästen und Tempeln heute nur noch Bruchteile vorhanden. Ziel unserer Ausfahrt ist das Bagaya Kloster. Das ganz aus Teakholz errichtete Kloster ist bis heute weitgehend von Sun-U-Ponnya-Shin Pagode (Sagaing) Naturkatastrophen und Eingriffen der Restaurateure verschont geblieben und ist damit noch in einem recht ursprünglichen aber gut erhaltenen Zustand. In inneren des Klosters treffen wir auf Mönche die sich mit der Lektüre buddhistischer Schriften befassen und auf eine Reihe von Kindern die von den Mönchen unterrichtet werden. Unserer Rundfahrt durch Inwa endet am Maha Aung Mye Bonzan Kloster. Das ockerfarbene Bauwerk mit seinen stuckverzierten Außenwänden ist aus Stein errichtet worden, imitiert jedoch die traditionelle Holzarchitektur von Klosteranlagen.

Die Fahrt über die neue Inwa Brücke über den Ayeyarwady endet am Sagain Hill. Der Hügel von Sagaing ist mit unzähligen Pagoden übersät. Sagaing war zweimal in ihrer Geschichte für kurze Zeit die Königsstadt. Der klassische Name der Stadt war Jayapura, "die Siegesstadt". Angesichts der zahllosen Pagoden scheint die Stadt heute vor allem ein Symbol für den Sieg der buddhistischen Lehre zu sein. Für einen Glanzpunkt auf dem Hügel sorgt die Sun-U-Ponnya-Shin Pagode. Die goldenen Verzierungen und der Fliesenboden glänzen im wundervollen Licht der wieder zurückgekehrten Sonne.

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