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Letztes Update: 04. May 2018
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15.09.2019 / 19:58
 
 
Bagan    Bagan

Sonnenuntergang über dem Pagodenfeld (Bagan) 3:45 Uhr aufstehen, der Tag fängt ja schon richtig gut an. Um 6:30 Uhr geht unser Flugzeug nach Bagan. Zuvor muß unser Busfahrer noch einen Kupplungsschaden beheben. Das kommt offensichtlich häufiger vor, denn es scheint ihn nicht sonderlich zu beunruhigen und in der Tat, nach 15 Minuten ist der Schaden behoben und los geht es in Richtung Flughafen. Eine moderne Turboprop-Maschine der privaten Yangon Airways bringt uns in die alte Königsstadt.

Gleich nach der Landung am Nyaung U Airport besuchen wir den hiesigen Markt. Dieser ist weniger ein kunsthandwerklicher, als vielmehr ein Markt für Lebensmittel des täglichen Bedarfes. Eine schöne Möglichkeit sich einmal in das Alltagsleben der Burmesen zu stürzen. Das alltägliche Leben auf der Straße unterscheidet sich doch relativ stark von der Großstadt Yangon, Fahrrad-Transporter oder Pferdekutschen sind hier noch weit verbreitete Transportmittel. Am Eingang zum Markt von Nyaung U werden wir Zeugen einer Zeremonie der Almosengabe für Nonnen. Frauen spielen im Buddhismus eigentlich eher eine untergeordnete Rolle, daher sind mir Nonnen bei meinen Reisen durch Asien bisher nie besonderes aufgefallen. In Myanmar allerdings begegneten wir häufiger den kahl geschorenen, in rosa Roben gehüllten, buddhistischen Nonnen.

Kleiner Junge beim Frühstück (Nyaung U) Am Stadtrand von Nyaung U befindet sich die Shwezigon Pagode. Einst eines von 5 Heiligtümern mit denen den erste Großkönig von Bagan, Anaw-rahta, das Gebiet seiner Hauptstadt absteckte. Heute ist die goldglänzende Pagode nicht nur eines der bedeutendsten Heiligtümer des Landes, sondern gilt auch als Prototyp der burmesischen Pagode schlechthin. Die glockenförmige Stupa hat nicht die schlanke, in die Höhe gezogene Form der Shwedagon Pagode, sondern wirkt wesentlich massiver und dickbäuchiger.

Wir folgen nun der Straße nach Alt-Bagan. In der Umgebung Bagans sind heute noch über 2200 Monumente zu finden. Ursprünglich sollen hier einmal bis zu 12000 Tempel, Pagoden und Andachtsstätten gestanden haben. Kurz vor den alten Stadtmauern Bagans befindet sich der Ananda Tempel mit seiner großen goldenen Kuppel. Das im 11. Jahrhundert geschaffene Meisterwerk des dritten Königs vom Bagan ist noch heute in einem gut erhaltenen Zustand. Der Grundriss des Tempels entspricht einem griechischen Kreuz. Vier Gänge führen zum massiven Kern des Tempels, wo sich 4 stehende, über 9 Meter hohe Buddha-Figuren befinden. Zwei der vier Buddhafiguren sind noch Originale. Sie wurden aus Holz geschnitzt, anschließend mit Stuck umgeben und vergoldet. Die Originale erkennt man unter anderem an der ausgeprägten Form des Knies.

Shwezigon Pagode (Nyaung U) In den 90er Jahren wurde die Bewohner von Bagan von der Regierung gezwungen in das neue, etwas südlicher gelegene New-Bagan umzusiedeln um die archeologische Zone dem Tourismus schmackhafter zu machen. 200000 Menschen wurden innerhalb kürzester Zeit in die neue Stadt zwangsumgesiedelt. Auch unsere Unterkunft, das Treasure Beach Resort befindet sich in New Bagan und wir haben endlich einmal ein paar Stunden um unsere Seele baumeln zu lassen.

Ein unvergessliches Erlebnis das man in Bagan nicht versäumen darf ist der Sonnenaufgang bzw. Sonnenuntergang. Ein besonders geeigneter Beobachtungspunkt hiefür ist die Swesandaw Pagode. Dieser Tempel stellte einst zur Bagan-Periode das Zentrum der Stadt dar. Steile Treppen führen zur Stupa der Swesandaw Pagode hinauf. Von diesem erhöhten Standpunkt bietet sich ein wunderschöner Überblick auf das Ruinenfeld, das bei Sonnenuntergang in ein magisches Licht getaucht wird.

Zum Essen am Abend genießen wir eine Vorführung eines Puppentheaters. Das Marionetten-Theater hat eine lange Tradition in der Kultur Myanmars. Einst überbrachten Puppen den Königen die schlechten Nachrichten, die die Menschen nicht zu äußern wagten.

Ballonfahrt (Bagan) Der nächste Morgen beginnt bereits wieder um 4:30 Uhr mit dem Ausblick auf ein weiteres unvergeßliches Erlebnis. Nach einer scheinbaren Irrfahrt durch die stockfinstere Landschaft, auf der Suche nach dem richten Startplatz beginnen die Vorbereitungen zu einem Ballonflug über die Pagodenlandschaft. Unser Startplatz befindet sich in unmittelbarer Nähe des sehr umstrittenen Nanmyint Turms, ein Beton-Monument der Neuzeit das irgendwie gar nicht so recht in die Landschaft passen will. Ein letzter Brennertest und los geht´s, rechtzeitig kurz vor Sonnenaufgang. Lautlos, nur unterbrochen vom Brennergeräusch, gleiten wir über die Pagodenlandschaft, wahrlich ein unbeschreibliches Erlebnis. Die ungewöhnlichen Windverhältnisse führen unseren Ballon in ein Gebiet wo der Ballonveranstalter noch nie gelandet ist und von allen Seiten strömen staunende Menschen an den Landeplatz heran.

Für die Weiterreise in Richtung Mandalay wechseln wir das Transportmittel und nehmen den Bus für die 260 km lange Strecke. Gegenüber dem Flugzeug sicher ein unbequemes und langwieriges Unterfangen aber definitiv etwas das man auf jeden Fall einmal erlebt haben muß. 12 Stunden dauert die Fahrt mit kurzen Zwischenstopps am Mount Popa und in Meiktila und einer kleinen Panne mit dem Kraftstoff-Filter. Die Straße führt vorbei an zahlreichen Anbauflächen, wo die Feldarbeiter ihre tägliche Arbeit verrichten und immer wieder begegnen uns völlig überladen Minibusse, das übliche Transportmittel der Burmesen.

Mount Popa Der erloschenen Vulkankegel des Mount Popa gilt als Wohnstätte der Nats, der Schutzheiligen Myanmars, nur wer sie achtet kann rundum Frieden im Leben finden und mit Glück rechnen. Der Name der Felsnadel kommt aus dem Sanskrit und bedeutet soviel wie Blumenberg was auf die üppige Vegetation durch die fruchtbare Vulkanerde zurückzuführen ist. Am Fuße des Mount Popa hat sich ein kleines Affenvolk angesiedelt. Hier ist auf jeden Fall Vorsicht geboten, denn diese putzigen Tierchen haben es faustdick hinter ihren Ohren wenn es darum geht die Touristen um ein paar Habseeligkeiten zu erleichtern immer in der Hoffnung etwas eßbares es zu erhaschen.

Auf Wunsch einer Mitreisenden halten wir an einem recht unbedeutenden Dorf am Wegesrand. Anfänglich werden wir rechts skeptisch beobachtet, es kommt wohl nicht so oft vor das hier Touristen Halt machen. Ein paar kleine Aufmerksamkeiten für die Kinder ändert die Gemütslage spontan. Am Ende werden wir vom gesamten Dorf freundlich winkend verabschiedet.

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